Die Bedeutung von Networking  

Wenn man von beruflichem Networking redet, führt im Zeitalter der Digitalisierung kaum ein Weg an LinkedIn vorbei. Aber wie entscheidend ist es heute, sich ein großes Netzwerk auf dieser Plattform aufzubauen, um von beruflichen Chancen zu profitieren? Dabei wird auch die Frage entscheidend, was ein wertvolles Netzwerk wirklich ausmacht.  

Es zeigt sich heute immer wieder, dass Wissen und Engagement zwar für ein Jobangebot wichtig sind, jedoch nicht allein ausreichen. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, dass rund 40% der offenen Stellen in Deutschland durch Beziehungen vergeben werden.  

Diese Zahl verdeutlicht sehr gut, welche Möglichkeiten ein nachhaltiges Netzwerk bietet. Das sogenannte “Vitamin B” kann die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern, neue Karriereperspektiven eröffnen und den Zugang zu Unterstützung, “Insider-Wissen” sowie wertvollen Kontakten erleichtern. 

Wer sich auf LinkedIn ein breites Netzwerk aufbauen möchte, sollte zunächst verstehen, welche Kontakte tatsächlich den größten Mehrwert für berufliche Chancen bieten. 

Eine Studie von Forschern der Massachusetts Institute of Technology, Harvard, Stanford und von LinkedIn selbst lieferte zu dieser Frage spannende Erkenntnisse. Insgesamt nahmen rund 20 Millionen Menschen an einem Experiment teil, das den LinkedIn Algorithmus „People You May Know“ gezielt analysierte. In einem Rahmen von 5 Jahren wurden rund 2 Milliarden neue Verbindungen geknüpft. Dabei erhielten einige Nutzer verstärkt Vorschläge zu engen Kontakten, andere häufiger Empfehlungen zu schwächeren Verbindungen. Ein Professor der MIT erklärt:  

 “the stronger the newly added ties were, the less likely they were to lead to a job transmission.” 

Die Stärke einer Verbindung wurde dabei anhand der Interaktionsintensität sowie der Anzahl gemeinsamer Freunde der Nutzer gemessen. So führten “moderat schwache Bindungen”, also weniger als 10 gemeinsame Kontakte auf LinkedIn eher zu einer Anstellung als Verknüpfungen, mit denen man in regelmäßigen Austausch steht. 

Der Grund dafür: Menschen im engeren Umfeld verfügen oft über ähnliche soziale Netzwerke wie man selbst und das bietet bei der Jobsuche keine großen Vorteile. Die lockeren Bekanntschaften allerdings bewegen sich in anderen Netzwerken, in denen man selbst nicht aktiv ist. Dadurch erhält man Zugang zu neuen Kontakten, Informationen und Chancen, zu denen man sonst nicht die Möglichkeit gehabt hätte.  

Dieses Phänomen gilt vor allem in digitalen Branchen, in der sich Wissen, Technologie und Trends rasant weiterentwickeln. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und des zunehmenden Einsatzes von KI gewinnt Networking deutlich an Relevanz. Daran erkennt man, dass trotz automatisierter KI-Prozesse, echte Menschen und echte Verbindungen ein essenzieller Erfolgsfaktor bleiben.